Florida Aviation Career Training

German Office - Dr.-Ing. Klaus-J. Schwahn (ATPL/ CFI)

Flugschule: 

zugelassen nach FAR Part 141+ 135
Zulassung der TSA und Immigration zur Ausbildung ausländischer Flugchüler 
Lehrmaterial: autorisierter Jeppesen Dealer
Flugtickets/ Mietwagen: Agentur der FTI

 

 

 

Erwerb einer US- Berechtigung für deutsche bzw. europäische Lizenzinhaber


Seit Einführung der europäischen JAR- Berechtigungen in Deutschland verzeichnen wir eine anhaltend hohe Nachfrage von deutschen Lizenzinhabern zum Erwerb der entsprechenden US- Lizenz. Aktuell werden bei uns wöchentlich ein- bis zweimal  entsprechende Prüfungen abgenommen. Daher an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung der Voraussetzungen.

Grundsätzlich gilt

bulletEine Anerkennung (Validation) von Nicht US- Lizenzen, gleich ob Sie einen PPL, CPL oder ATP haben ist nur in einen PPL möglich
bulletEine Umschreibung (Conversion) ist für alle Berechtigungen möglich, aber nur durch Ablegen der kompletten theoretischen und praktischen Prüfung. D.h. es wird nur die Ausbildung erlassen, dennoch ist eine individuell unterschiedliche, praktische Prüfungsvorbereitung erforderlich.

Im einzelnen gehen Sie wie folgt vor

Privatpilotenlizenz

  1. Vorbereitung auf die Theorieprüfung mit dem FAA- Fragenkatalog in Deutschland
  2. Endorsement eines US- Fluglehrer zur Prüfungsberechtigung (kann bei uns in der Flugschule oder vorab durch Dr. Schwahn ausgestellt werden).

  3. Ablegen der Theorieprüfung direkt bei uns in der Flugschule in St. Augustine (Multiple Choice am Computer).

  4. Flugtraining zur Vorbereitung auf den Checkflug. Da Sie sich mit dem amerikanischen Luftraum, Verfahrensweisen und Gepflogenheiten prüfungsreif zurechtfinden müssen ist der Aufwand größer als bei einer normalen Einweisung oder einem Flight Review, z.B.  für einen Flugzeugcharter.  Darüber hinaus müssen Sie Ausbildungsteile nachholen, die im amerikanischen "Practical Test Standard" stehen, die aber in Deutschland nicht zur standardmäßigen PPL- Ausbildung gehören. Dazu gehören neben verschiedenen Flugmanövern gegebenenfalls auch die Nachtflugausbildung sowie drei Stunden Basic Instrument Training unter der Haube. Die Nachtflugausbildung ist für jeden US- Piloten Pflicht (auch wenn er nachtblind ist und später den Eintrag "night flight prohiobited in die Lizenz bekommt").
    Dementsprechend ist es schwer vorauszusagen, wie lange der Einzelne benötigt. Wer schon häufig in den USA geflogen ist und bereits eine Nachtflugberechtigung hat, kann mit fünf Stunden auskommen. Wer das erste Mal in den USA fliegt muss mit 10, manchmal auch mehr Stunden, besonders wer mit dem englischen Sprechfunk Probleme hat.  Sie sollten also Ihr Vorwissen selber einschätzen und entsprechend einen 7 bis 14- tägigen Aufenthalt planen. Dabei werden Sie auf jeden Fall alte Kenntnisse auffrischen und Neues hinzulernen.

  5. Ablegen der praktischen Prüfung bei unserem schuleigenen FAA- Examiner, der sofort eine Temporary Lizenz ausstellt. Die Original - Lizenz wird von der FAA nach ca. 2-3 Monaten nach Hause gesandt.

Voraussetzung ist ferner ein FAA- Medical, dass entweder in St. Augustine oder bei verschiedenen FAA- zugelassenen deutscher Fliegerärzten erworben werden kann. Am besten sucht man sich einen Fliegerarzt, der sowohl das JAR als auch das FAR- Medical ausstellen kann, dann hat man beides in einem Termin erledigt.

Ein englisches Sprechfunkzeugnis, wie BZF I oder AZF ist nicht erforderlich. Für Flüge innerhalb der USA ist kein separates Sprechfunkzeugnis vorgeschrieben. Die entsprechende Ausbildung ist dort in die PPL- Ausbildung integriert und wird die Sprechfunkfertigkeiten werden mit der PPL- Prüfung nachgewiesen. Zur Vorbereitung eignet sich der Comm1 Radio Simulator. Wer anschliessend mit dem US- PPL ein N- registriertes Flugzeug ausserhalb der USA, z.B. in Europa, fliegen will benötigt allerdings nach den internationalen Vorschriften der ICAO auch ein US- Sprechfunkzeugnis. Dieses erhalten Sie im Rahmen eines Registrierungsprozesses bei von der Federal Communication Commission- FCC, den wir für Sie durchführen. Nähere Infos und Formblatt finden Sie hier.

Der US- PPL ist lebenslang gültig. Um als PIC zu fliegen, muss man jedoch ein gültiges Flight Review mit einem US- Fluglehrer haben (nicht älter als zwei Jahre) und ein Medical. Das Flight Review bieten auch zahlreiche US- Fluglehrer in Deutschland an.

Kosten

Da der Aufwand individuell sehr unterschiedlich ist, ist es schwer, die Kosten vorab exakt abzuschätzen. Hier einige Eckdaten:

Praktische Prüfung nebst paperwork und Ausstellen des Temporary Certificate: 

350 USD

Theoretische Prüfung

90 USD

z.B. 5 Stunden Vorbereitung, je nach Flugzeug:

ca. 525 - 630 USD

z.B. 10 Stunden Vorbereitung je nach Flugzeug:

ca. 1.050- 1.260 USD

ca. 3 Stunden Groundschool

ca. 97 USD

zu beachten:

Privatpiloten unter 40 Jahre brauchen in den USA nur alle drei Jahre ein neues Medical. Dies gilt nicht für Piloten, die mit der US- Lizenz außerhalb der USA fliegen. TSA- Check ist seit Frühjahr 2008 erforderlich, jedoch kein Visum, da keine Ausbildung sondern nur eine Licence- Conversion erfolgt.

IFR- Berechtigung

 

  1. Vorbereitung auf die Theorieprüfung mit dem FAA- Fragenkatalog in Deutschland
  2. Endorsement eines US- Fluglehrer zur Prüfungsberechtigung (kann durch Dr. Schwahn erfolgen).

  3. Ablegen der Theorieprüfung in Egelsbach bei Frankfurt oder bei uns in St. Augustine.

  4. Flugtraining zur Vorbereitung auf den Checkflug. Da es beim Instrumentenflug zwischen Deutschland und den USA nicht so grosse Unterschiede gibt wie beim Sichtflug, ist die Vorbereitung auf den Checkflug für jemanden der regelmässig IFR fliegt relativ gering. Im Allgemeinen reichen 3 Stunden aus. Wer einen kleinen Refresher braucht, plant entsprechend mehr ein.

  5. Ablegen der praktischen Prüfung bei unserem schuleigenen FAA- Examiner.

Das amerikanische Instrument Rating kann sowohl in eine Validation als auch in eine vollwertige US- Lizenz eingetragen werden. Wer es in eine Validation eintragen lässt, kann es auch später noch in eine Standard US- Lizenz übernehmen.

zu beachten:

Wer das Instrument Rating in eine Validation eintragen lässt, braucht einen neuen Letter of Authentification für seine deutsche Berechtigung. Ein US- Medical ist nicht erforderlich, wenn das Instrument Rating in eine Validation eingetragen wird. TSA- Check ist seit Frühjahr 2008 erforderlich, jedoch kein Visum, da keine Ausbildung sondern nur eine Licence- Conversion erfolgt.

CPL

Der Ablauf ist der gleiche, wie für PPL und IFR, d.h. Theorieprüfung und Checkflug. Erfahrungsgemäß ist jedoch der Vorbereitungsaufwand für den Checkflug etwas umfangreicher. Die amerikanische Checkflug unterscheidet sich erheblich vom deutschen bzw. JAR- Checkflug. Die meisten Kandidaten brauchen daher nochmals die vollen 10 Flugstunden zur Vorbereitung, die auch Flugschüler ohne ausländischen CPL brauchen. Als Eingangvoraussetzung ist entweder ein vollwertiger US- PPL oder die zuvor ausgestellte Validation einer beliebigen deutschen Lizenz (PPL, CPL, ATP) erforderlich. TSA- Check ist für den CPL grundsätzlich nicht erforderlich und kein Visum, da keine Ausbildung sondern nur eine Licence- Conversion erfolgt. US- Medical Klasse II ist erforderlich.

ATP

Wie zuvor beschrieben sind wieder Theorieprüfung und Checkflug mit entsprechender Vorbereitung erforderlich. Der ATP ist die einzige Berechtigung, bei der als Einstiegsvoraussetzung direkt der ausländische ATP ohne Validation aber mit Letter of Authentification verwendet werden kann. TSA- Check und Visum sind nicht erforderlich. Es sei denn, Sie verbinden den Erwerb des ATP mit einem neuen Typerating. In diesem Fall sind sowohl TSA- Check als auch M1- Visum erforderlich. Bei Musterberechtigungen auf Flugzeugen über 12.000 lbs MTOW gelten an den TSA- Check höhere Anforderungen als bei den übrigen Ausbildungen (siehe www.flightschoolcandidates.gov).  Sofern Sie einen CPL mit Instrument Rating nach ICAO haben, kann dieser ebenfalls als Einstieg in den US- ATP verwendet werden. Es müssen aber alle Voraussetzungen für den US- ATP erfüllt werden (z.B. 1.500 Stunden Flugerfahrung u.a.). Einen sogenannten Frozen ATP, wie in Deutschland (also Ablegen der Theorieprüfung mit weniger als 1.500 Stunden und Ablegen der praktischen Prüfung nach Erreichen der 1.500 Stunden) kennen die Amerikaner nicht.

Falle:

ATP- Checkflüge werden im Allgemeinen auf einer Twin gemacht. Grund: Der ATP nutzt grundsätzlich nur für LFZ, die auch ein Typerating erfordern. Voraussetzung für den Erwerb eines Typerating ist aber ein ME- ATP. Ein Problem des amerikanischen Luftrechts ist aber, dass mit mit einem ATP und dem Category Rating Multiengine keine Single fliegen darf. D.h. der frisch gebackene Inhaber  des amerikanischen ATP darf sich nicht einmal eine C 172 chartern. Abhilf schafft, wenn man an den Twin- Checkflug gleich noch eine Single Engine Checkflug dranhängt und somit beide Category Ratings im ATP stehen hat.

US- Medical Klasse I ist erforderlich. Ferner muss man alle Voraussetzung für den US- ATP, wie z.B. die 1.500 Stunden, erfüllen. Die Amis kennen keinen Frozen ATP wie wir in Europa.

 

Grundsätzlich ist zu beachten, das in den USA keine Prüfungen zusammengefasst werden können. Wer also z.B. einen deutschen CPL/ IR hat das US- Äquivalent erwerben will, kann das also nicht einfach mit einem CPL/IFR- Checkflug erledigen. Er muss entweder drei Checkflüge ablegen und drei Theorieprüfungen schreiben (PPL; IFR, CPL) oder sich eine Validation (Anerkennung) ausstellen lassen und anschließend zwei Checkflüge (IFR, CPL) und zwei Theorieprüfungen ablegen.

Ferner ist zur beachten, das der "Foreign Pilot Instrument Written Test" zur Anerkennung eines ausländischen IR nicht zum Erwerb eines vollwertigen US- Instrument Ratings verwendet werden kann.